Robo-Advisor im Vergleich

Aktualisiert am 4. Oktober 2026

Ein Robo-Advisor nimmt Ihnen die Verwaltung eines Wertpapierportfolios ab. Sie beantworten einen Fragebogen, erhalten einen Anlagevorschlag aus Indexfonds und zahlen dafür eine laufende Gebühr – meist einen Prozentsatz des angelegten Vermögens.

Die Frage, die diese Seite beantwortet, ist nicht, ob ein Robo-Advisor funktioniert. Es geht um die andere: Was genau bekommen Sie für diese Gebühr, und was davon könnten Sie auch selbst haben? Die Antwort entscheidet darüber, ob ein Robo-Advisor für Sie die richtige Wahl ist.

Symbolbild.

Robo-Advisor vergleichen

Der Vergleichsrechner wird hier eingebunden.

Der Rechner zeigt Verwaltungsgebühr, Mindestanlage und enthaltene Leistungen je Anbieter. Konditionen ändern sich – deshalb stehen sie hier und nicht im Text.

Unabhängig. Wir vergleichen nach Bedingungen, nicht nach Provision. Wie wir Geld verdienen, steht in Über uns.

Kurz gefasst

Was er tut
Automatische Anlage in Indexfonds nach einem Risikoprofil
Kosten
Verwaltungsgebühr plus Fondskosten plus Handelskosten
Rechtlicher Rahmen
Meist Vermögensverwaltung; welche Dienstleistung genau, steht im Vertrag
Verwahrung
Sondervermögen wie bei jedem deutschen Depot
Zentrale Frage
Zahlen Sie für Automatisierung oder für Anlageentscheidungen?

Was ein Robo-Advisor macht

Ein Robo-Advisor ist in der Regel eine Vermögensverwaltung: Der Anbieter entscheidet innerhalb eines vereinbarten Rahmens, wie Ihr Geld angelegt wird – Sie treffen diese Entscheidung nicht selbst. Das ist juristisch ein anderes Verhältnis als bei einem Broker, wo Sie Orders aufgeben und der Anbieter nur ausführt. Die Einschränkung steht hier bewusst, weil der Begriff allein die Rechtsform nicht festlegt – dazu unten.

Was der Anbieter dabei übernimmt:

  • Die Auswahl der Anlageprodukte – in der Regel Indexfonds, die einen oder mehrere Marktindizes abbilden
  • Die Aufteilung – welcher Anteil in Aktien und welcher in weniger schwankungsanfällige Anlagen geht
  • Die laufende Anpassung – Wiederherstellung der Zielaufteilung, wenn der Markt sie verschoben hat
  • Die Wiederanlage – Erträge werden automatisch investiert, nicht ausgezahlt
  • Die laufende Überwachung – Anpassung, wenn Fonds nicht mehr verfügbar sind oder sich das Portfolio verschiebt

Der letzte Punkt klingt nach wenig und ist in der Praxis der Kern. Ein Portfolio, das man einmal eingerichtet hat und nicht mehr anfasst, driftet: Was gut läuft, wächst überproportional und verschiebt die Aufteilung. Irgendwann ist aus einem ausgewogenen Portfolio ein Aktienportfolio geworden – ohne dass jemand entschieden hätte.

Welche Dienstleistung kaufe ich hier eigentlich?

Robo-Advisor ist ein Marketingbegriff, kein Rechtsbegriff. Was Sie tatsächlich abschließen, steht im Vertrag – und davon hängt ab, welche Rechte Sie haben und wer welche Entscheidung trifft. Drei Dienstleistungen kommen vor:

Anlageberatung
Der Anbieter empfiehlt, Sie entscheiden und geben jede Order selbst frei. Ohne Ihre Zustimmung wird nichts gekauft oder verkauft.
Finanzportfolioverwaltung
Der Anbieter darf ohne Ihre Zustimmung handeln. Nur hier liegt die Anlageentscheidung vertraglich bei ihm.
Vermittlung
Der Anbieter stellt den Kontakt zu einem Produkt oder zu einer Verwaltung her. Das Vermittlungsverhältnis ist gesetzlich in zwei Formen geregelt; welche gilt, steht im Vertrag. In beiden Fällen wird nicht verwaltet.

Der Unterschied ist nicht akademisch. Nur bei der Finanzportfolioverwaltung wird die Eignungsprüfung auf Ebene des Portfolios vorgenommen, und nur dort kann sich der Kunde später nicht darauf berufen, er hätte sich anders entschieden – er hat die Entscheidung mit dem Vertrag übertragen. Bei der Beratung bleibt die Entscheidung bei Ihnen, und der Anbieter darf ohne Ihre Zustimmung nichts ausführen. Prüfen Sie deshalb nicht die Werbung, sondern die Bezeichnung der Dienstleistung und die Vollmacht in Ihrem Vertrag.

  • Darf der Anbieter ohne Ihre Zustimmung kaufen und verkaufen? Ja → Finanzportfolioverwaltung. Nein, er muss fragen → Beratung.
  • Wird eine Vollmacht über Ihr Depot erteilt? Eine Vollmacht spricht für Verwaltung. Ohne Vollmacht kann nichts ohne Sie geschehen.
  • Steht im Vertrag "Beratung", "Verwaltung" oder "Vermittlung"? Diese Bezeichnung entscheidet, nicht der Auftritt auf der Internetseite.

Das Risikoprofil

Die Anlageaufteilung ergibt sich aus einem Fragebogen, den Sie bei der Eröffnung ausfüllen. Er erfasst in der Regel Ihre Anlagedauer, Ihre Einkommenssituation, Ihre Erfahrung und – am wichtigsten – wie Sie auf einen zwischenzeitlichen Verlust reagieren würden.

Aus den Antworten wird ein Risikoprofil berechnet, dem eine bestimmte Aufteilung zugeordnet wird. Das ist der Moment, in dem der Robo-Advisor für Sie entscheidet, und es gibt dabei zwei Probleme.

Was an diesem Verfahren schiefgeht

  • Es misst Absicht, nicht Verhalten. Im Fragebogen geben die meisten an, einen Verlust auszuhalten. Ob sie ihn aushalten, zeigt sich erst, wenn er eingetreten ist – und dann kann der Anbieter die Aufteilung nicht schnell genug ändern, ohne den Verlust zu realisieren.
  • Es ist eine Momentaufnahme. Einkommen, Familienstand und Zeithorizont ändern sich. Ein Profil, das mit 30 passte, passt mit 55 möglicherweise nicht mehr – aber niemand prüft das automatisch nach.
  • Der Horizont ist der entscheidende Faktor und wird häufig optimistisch angegeben. Wenn Sie Geld in fünf Jahren brauchen, gehört es nicht in eine schwankungsanfällige Anlage, unabhängig davon, wie Sie auf Verluste reagieren.

Der praktische Umgang: Prüfen Sie Ihr Risikoprofil einmal im Jahr und nach jeder größeren Änderung – Jobwechsel, Heirat, Kinder, Immobilienkauf. Das ist ein Aufwand von wenigen Minuten und verhindert den häufigsten Fehler bei der automatischen Anlage: dass die Aufteilung nicht mehr zu Ihrer Lebenssituation passt.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Die Bewertung eines Robo-Advisors hängt an der Gesamtkostenquote, nicht an der Verwaltungsgebühr allein. Sie besteht aus drei Teilen, und nur der erste wird beworben:

  1. Verwaltungsgebühr – der Prozentsatz des verwalteten Vermögens, der jährlich an den Anbieter geht. Das ist sein Entgelt für die Verwaltung. Sie wird meist vierteljährlich oder monatlich anteilig entnommen.
  2. Fondskosten – die laufenden Kosten der eingesetzten Indexfonds. Sie werden nicht abgerechnet, sondern sind im Anteilspreis enthalten. Sie zahlen sie, ohne eine Rechnung zu sehen, und sie hängen davon ab, welche Fonds der Anbieter verwendet.
  3. Handelskosten – die Kosten für die Umschichtungen, die der Robo-Advisor ausführt. Sie fallen bei der Anpassung der Aufteilung an, und sie sind der Posten, über den am wenigsten gesprochen wird.

Für die Gesamtrechnung addieren Sie die drei. Ein Anbieter mit niedriger Verwaltungsgebühr und teuren Fonds oder häufigen Umschichtungen kann teurer sein als einer mit höherer Verwaltungsgebühr und günstigen Fonds.

Was die Gebühr über die Zeit ausmacht: Eine Verwaltungsgebühr wird auf das gesamte verwaltete Vermögen berechnet und jedes Jahr entnommen. Bei einem Portfolio, das über Jahrzehnte wächst, wächst auch die absolute Gebühr – auch wenn der Prozentsatz gleich bleibt. Rechnen Sie die Gebühr deshalb in Euro über die gesamte Anlagedauer, nicht in Prozent. Dann wird sichtbar, was Sie für die Verwaltung tatsächlich zahlen.

Rebalancing: das stärkste Argument und seine Nebenwirkung

Das Rebalancing ist die automatische Wiederherstellung der vereinbarten Aufteilung. Wenn Aktien gestiegen sind und dadurch einen größeren Anteil am Portfolio haben als vorgesehen, wird der Überschuss verkauft und in den anderen Teil umgeschichtet – und umgekehrt.

Das ist tatsächlich wertvoll, und zwar aus einem Grund, der nichts mit Marktkenntnis zu tun hat: Es erzwingt ein Verhalten, das Anleger aus eigener Kraft selten durchhalten. Es verkauft, was gestiegen ist, und kauft, was gefallen ist. Genau das fällt schwer, wenn es darauf ankommt.

Die Nebenwirkungen, die in der Werbung nicht vorkommen

  • Rebalancing kann Steuern auslösen. In einem Depot, in dem Gewinne bereits versteuert wurden oder werden, realisiert jede Umschichtung einen Veräußerungsgewinn. Der Robo-Advisor macht also genau das, was ein langfristig orientierter Anleger vermeidet: Er verkauft Positionen mit Gewinn, obwohl kein Anlass bestand zu verkaufen. Manche Anbieter berücksichtigen das und schichten bevorzugt über Zuflüsse um statt über Verkäufe – fragen Sie danach.
  • Es kostet Handelsgebühren, bei jedem Vorgang, und die trägt der Anleger.
  • Es ist kein Renditevorteil per se. Rebalancing senkt die Schwankung und hält das Risikoniveau stabil. Ob es die Rendite erhöht, hängt vom Marktverlauf ab und lässt sich nicht vorhersagen. Wer es als Renditehebel verkauft bekommt, bekommt etwas anderes erzählt, als es ist.

Was die Bequemlichkeit kostet: zwei Depots im Vergleich

Das Rebalancing hat eine zweite Seite, die in keinem Gebührenvergleich steht. Wer die Aufteilung wiederherstellt, verkauft in der Regel eine Position, die gestiegen ist – und realisiert damit einen Gewinn, der ohne die Umschichtung nur auf dem Papier gestanden hätte. Dieser Gewinn ist steuerpflichtig.

Stellen Sie zwei Depots nebeneinander, die dieselben Fonds halten und dieselbe Zielaufteilung haben:

Robo-Advisor mit RebalancingSparplan ohne Verwaltung
Was passiertVerkauft und kauft, um die Zielaufteilung wiederherzustellenKauft nur; gehaltene Positionen werden nicht verkauft
Steuerpflichtiger VorgangBei jeder Umschichtung, die einen Gewinn realisiertNur die Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds
Wann die Steuer anfälltIm Jahr der UmschichtungErst beim Verkauf – die Vorabpauschale ausgenommen
Wie hochRealisierter Gewinn × SteuersatzKeine Steuer auf gehaltene Positionen
In der Kostenübersicht sichtbar?NeinNein

Die Zeile, auf die es ankommt, ist die letzte: Keiner der beiden Posten steht in einer Kostenaufstellung. Der Unterschied zwischen den beiden Depots ist deshalb nicht die Verwaltungsgebühr – er entsteht aus einer anderen Struktur. Der Robo-Advisor realisiert Gewinne planmäßig, der Sparplan lässt sie stehen. Über einen langen Zeitraum kann dieser Unterschied größer sein als die Gebühr, über die der Vergleich geführt wird.

Ganz so schwarz muss es nicht aussehen: Ein Anbieter, der bevorzugt über neue Zuflüsse umschichtet statt über Verkäufe, mildert den Effekt – dann müssen Sie aber auch laufend einzahlen. Fragen Sie konkret danach, und lassen Sie sich die Antwort geben, bevor Sie abschließen.

Der Steuersatz bleibt hier bewusst symbolisch. Statt einer Zahl steht in der Tabelle der Faktor, mit dem der realisierte Gewinn multipliziert wird. Der Punkt ist nicht seine Höhe, sondern die Struktur: Beim Rebalancing entsteht der steuerpflichtige Vorgang planmäßig, beim reinen Halten entsteht er nicht.

Steuern

Für Kapitalerträge gilt die Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei einem deutschen Anbieter führt die verwahrende Bank sie ab und berücksichtigt Ihren Freistellungsauftrag – sofern Sie einen erteilt haben. Prüfen Sie das bei der Eröffnung, weil ein fehlender Freistellungsauftrag bedeutet, dass Steuer abgeführt wird, obwohl Ihr persönlicher Freibetrag noch nicht ausgeschöpft ist.

Drei Punkte, die bei automatischer Verwaltung besonders relevant sind:

  • Umschichtungen realisieren Gewinne. Anders als beim reinen Halten eines Depots entstehen durch das Rebalancing regelmäßig steuerpflichtige Vorgänge. Manche Anbieter steuern dagegen, andere nicht. Fragen Sie konkret nach.
  • Verlustverrechnung. Verluste aus Aktienverkäufen dürfen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden, Verluste aus anderen Kapitalanlagen in einen allgemeinen Verrechnungstopf. Ob der Anbieter das für Sie optimiert, unterscheidet sich.
  • Vorabpauschale. Bei thesaurierenden Fonds wird jährlich ein Mindestbetrag versteuert, auch wenn nichts ausgeschüttet wurde. Bei einem thesaurierenden Portfolio entsteht dadurch auch in Jahren ohne Verkauf eine kleine Steuerlast.

Was ein Robo-Advisor nicht leistet

Ein Teil der Erwartungen an Robo-Advisor entsteht durch die Sprache, mit der sie beworben werden. Es lohnt sich, sie ausdrücklich zu korrigieren.

  • Er schlägt den Markt nicht. Robo-Advisor arbeiten mit Indexfonds. Ein Indexfonds liefert per Konstruktion die Marktrendite abzüglich Kosten – nicht mehr. Wer eine Überrendite erwartet, erwartet etwas, das das Produkt nicht liefern kann.
  • Er kennt Ihre Lebenssituation nicht. Er weiß nicht, dass Sie ein Haus kaufen wollen oder dass Sie in zwei Jahren eine größere Summe brauchen. Er verwaltet nach dem Profil, nicht nach Ihrem Leben.
  • Er verhindert Verluste nicht. Bei einem fallenden Markt fällt Ihr Portfolio. Das Rebalancing ändert daran nichts; es hält nur die Aufteilung im Ziel.
  • Er berät Sie nicht individuell. Bei einem echten Vermögensverwalter gibt es ein Gespräch, in dem Ihre Ziele und Verpflichtungen erfasst werden. Bei einem Robo-Advisor gibt es einen Fragebogen und, je nach Anbieter, eine begrenzte telefonische Erreichbarkeit.
  • Er ist kein Ersatz für eine Notreserve. Geld, das Sie kurzfristig brauchen könnten, gehört nicht in ein Wertpapierportfolio – unabhängig davon, wer es verwaltet.

Robo-Advisor oder selbst anlegen

Das ist die Vergleichsrechnung, um die es eigentlich geht. Ein Robo-Advisor kostet eine Verwaltungsgebühr zusätzlich zu den Fondskosten. Ein selbst verwalteter Sparplan in Indexfonds kostet nur die Fondskosten und gegebenenfalls Ausführungskosten für die Sparpläne, die bei vielen Anbietern entfallen.

Der Unterschied ist über die Jahre erheblich, weil die Verwaltungsgebühr jedes Jahr auf den gewachsenen Bestand anfällt. Sie zahlen also nicht einmalig für eine Einrichtung, sondern dauerhaft für einen laufenden Prozess.

Wofür Sie die Gebühr tatsächlich zahlen

  • Für die Erstentscheidung. Ein Robo-Advisor nimmt Ihnen die Frage ab, in was Sie anlegen. Das ist beim ersten Mal viel Wert und danach wenig.
  • Für die Disziplin. Er verhindert, dass Sie in einer Panik alles verkaufen, und erzwingt das Rebalancing. Das ist der Teil, der über die Jahre am meisten wert ist – aber nur, wenn Sie ihn selbst nicht hinbekommen.
  • Für die laufende Verwaltung. Anpassungen, Wiederanlage, Überwachung. Wer sein Portfolio einmal im Jahr prüft, hat diesen Aufwand in einer Stunde erledigt.

Die Entscheidungsregel: Wenn Sie die Automatisierung brauchen, damit Sie überhaupt investiert bleiben und in einem Abschwung nicht verkaufen, ist die Gebühr gut angelegt – die Alternative wäre nicht ein günstigeres Depot, sondern gar keines oder eines, das Sie im falschen Moment auflösen. Wenn Sie einen Sparplan einrichten und einmal im Jahr nachsehen können, ist die Gebühr ein dauerhafter Abzug ohne Gegenleistung.

Welche Anbieter es gibt

Der Markt teilt sich in drei Gruppen mit unterschiedlichen Interessen:

Banken und Sparkassen
Vermögensverwaltung als Ergänzung zum eigenen Depot. Vorteil: alles bei einer Bank, Einlagensicherung und Depot in einer Hand. Nachteil: häufig die höchsten Gebühren, und oft ein eingeschränktes Fondsuniversum aus dem eigenen Haus.
Unabhängige Robo-Advisors
Spezialisierte Anbieter ohne eigenes Produktinteresse. Meist günstiger, oft transparenter bei der Fondsauswahl. Verwahrung erfolgt über eine Partnerbank.
Robo-Funktionen in Neobrokern
Einzelne Broker bieten automatische Portfolios innerhalb ihres Depots an. Häufig die günstigste Variante, aber mit einem auf das eigene Sortiment begrenzten Anlageuniversum.

Ein Punkt, der unabhängig von der Gruppe gilt: Prüfen Sie, in welchem Verhältnis der Anbieter zu den Fonds steht, die er einsetzt. Wenn ein Anbieter ausschließlich Fonds eines verbundenen Unternehmens verwendet, ist die Auswahl nicht unabhängig – auch wenn die Gebühr niedrig ist.

Sicherheit und Verwahrung

Bei einem Robo-Advisor stellt sich dieselbe Frage wie bei jedem Depot: Wem gehören die Wertpapiere, wenn der Anbieter in Schwierigkeiten gerät?

Die Antwort ist bei einem deutschen Anbieter beruhigend. Die Fonds werden im Depot der verwahrenden Bank als Sondervermögen gehalten. Sie sind Ihr Eigentum, fallen nicht in die Insolvenzmasse und werden im Ernstfall auf einen anderen Verwahrer übertragen. Der Ausfall des Robo-Advisors würde bedeuten, dass die Verwaltung endet – nicht, dass Ihr Vermögen weg ist.

Wichtig ist der Begriff Vermögensverwaltung in Ihrem Vertrag. Er unterscheidet ein Modell, in dem der Anbieter über Ihr Depot verfügen darf, von einem, in dem er nur Vorschläge macht, die Sie bestätigen. Prüfen Sie, welche Vollmacht Sie erteilen – sie ist die Grundlage dafür, dass der Anbieter ohne Ihre Zustimmung kaufen und verkaufen darf.

Was die Verwahrung nicht schützt: das Marktrisiko. Der Wert Ihres Portfolios kann fallen, und keine Verwahrform ändert daran etwas.

Worauf Sie beim Robo-Advisor-Vergleich achten sollten

In dieser Reihenfolge geprüft:

  1. Gesamtkosten – Verwaltungsgebühr plus Fondskosten plus Handelskosten, nicht nur die Verwaltungsgebühr
  2. Fondsauswahl – welche Indexfonds, und ist der Anbieter unabhängig von ihnen?
  3. Risikoprofil – wie viele Fragen, und wird es regelmäßig überprüft?
  4. Rebalancing – wie oft, über Zuflüsse oder über Verkäufe, und werden Steuern berücksichtigt?
  5. Freistellungsauftrag – hinterlegt, damit die Steuer nicht vorzeitig abgeführt wird?
  6. Vollmacht – Vermögensverwaltung oder nur Vorschläge? Was darf der Anbieter ohne Sie?
  7. Mindestanlage – passt sie zu dem Betrag, den Sie anlegen wollen?
  8. Kündigung – wie kommen Sie heraus, und was kostet der Übertrag des Depots?
  9. Verwahrung – welche Bank, und ist die Sondervermögensverwahrung ausdrücklich geregelt?

Der Test, der am meisten aussortiert: Fragen Sie nach den Handelskosten und danach, ob beim Rebalancing bevorzugt über neue Zuflüsse umgeschichtet wird statt über Verkäufe. Die Antwort auf diese zwei Fragen trennt Anbieter, die das Portfolio des Kunden im Blick haben, von solchen, die es nur verwalten.

Häufige Fragen

Was ist ein Robo-Advisor?

Eine automatisierte Vermögensverwaltung. Sie füllen einen Fragebogen aus, der Anbieter legt daraus ein Portfolio aus Indexfonds an, verwaltet es laufend und berechnet dafür einen Prozentsatz des angelegten Vermögens. Rechtlich ist das eine Vermögensverwaltung – der Anbieter entscheidet, nicht Sie.

Ist ein Robo-Advisor immer eine Vermögensverwaltung?

Nein – "Robo-Advisor" ist ein Marketingbegriff. Im Vertrag steht, welche Dienstleistung es ist: Anlageberatung, Finanzportfolioverwaltung oder eine der beiden Formen der Vermittlung. Nur bei der Finanzportfolioverwaltung darf der Anbieter ohne Ihre Zustimmung handeln und wird die Eignungsprüfung auf Ebene des Portfolios vorgenommen. Prüfen Sie die Bezeichnung und die Vollmacht im Vertrag, nicht die Werbung.

Was kostet ein Robo-Advisor?

Drei Posten: die Verwaltungsgebühr als Prozentsatz des Vermögens, die laufenden Kosten der eingesetzten Fonds und die Handelskosten für Umschichtungen. Für den Vergleich zählt die Summe, nicht die Verwaltungsgebühr allein. Der Rechner zeigt die Konditionen der Anbieter.

Lohnt sich ein Robo-Advisor gegenüber einem eigenen ETF-Sparplan?

Das hängt daran, wofür Sie die Gebühr zahlen. Wenn Sie die Automatisierung brauchen, um investiert zu bleiben und in einem Abschwung nicht zu verkaufen, ist sie gut angelegt. Wenn Sie einen Sparplan einrichten und einmal im Jahr nachsehen können, ist die Verwaltungsgebühr ein dauerhafter Abzug ohne Gegenleistung.

Was ist Rebalancing?

Die automatische Wiederherstellung der vereinbarten Aufteilung, wenn der Markt sie verschoben hat. Es erzwingt das Verhalten, das Anlegern schwerfällt: verkaufen, was gestiegen ist, kaufen, was gefallen ist. Nebenwirkungen: Umschichtungen können Steuern auslösen und kosten Handelsgebühren. Fragen Sie, ob der Anbieter bevorzugt über Zuflüsse umschichtet.

Kostet Rebalancing Steuern?

Ja, es kann. Beim Rebalancing wird in der Regel eine gestiegene Position verkauft, und der realisierte Gewinn ist im Jahr der Umschichtung steuerpflichtig. Ein reiner Sparplan verkauft nicht und realisiert deshalb keine solchen Gewinne; bei thesaurierenden Fonds fällt nur die Vorabpauschale an. Fragen Sie den Anbieter, ob er bevorzugt über Zuflüsse umschichtet.

Schlägt ein Robo-Advisor den Markt?

Nein. Robo-Advisor arbeiten mit Indexfonds, die per Konstruktion die Marktrendite abzüglich Kosten liefern. Was sie leisten, ist eine breite Streuung, automatische Anpassung und der Schutz vor eigenen Entscheidungen in einem Abschwung – keine Überrendite.

Sind meine Wertpapiere bei einem Robo-Advisor sicher?

Bei einem deutschen Anbieter ja: Die Fonds werden als Sondervermögen verwahrt, bleiben Ihr Eigentum und fallen nicht in die Insolvenzmasse. Der Ausfall des Anbieters beendet die Verwaltung, nicht Ihr Vermögen. Prüfen Sie, welche Vollmacht Sie erteilen – Vermögensverwaltung bedeutet, dass der Anbieter ohne Ihre Zustimmung handeln darf.

Muss ich mein Risikoprofil aktualisieren?

Ja. Das Profil ist eine Momentaufnahme aus einem Fragebogen und wird nicht automatisch an Ihre Lebenssituation angepasst. Prüfen Sie es einmal im Jahr und nach jeder größeren Änderung – Jobwechsel, Heirat, Kinder, Immobilienkauf.

Was passiert bei einem fallenden Markt?

Ihr Portfolio fällt mit. Das Rebalancing hält nur die Aufteilung im Ziel und verhindert keine Verluste. Deshalb gehört Geld, das Sie kurzfristig brauchen könnten, nicht in ein Wertpapierportfolio – unabhängig davon, ob es ein Robo-Advisor verwaltet oder Sie selbst.